Dienstag, 14. Juli 2009

Zweiter Strandtag

Auch heute begann der Tag mit einem Dämpfer. Auf den angesprochenen Ausflug müssen wir leider definitiv verzichten, denn Hunde sind auf diesem Trip nicht zugelassen. Schade! Eine Wattwanderung machen wir aber trotzdem noch, wahrscheinlich Donnerstag oder Freitag…

Der Wetterbericht hat Wort gehalten. Die Sonne strahlte und wir stellten uns auf einen Badetag ein. Nach einem kurzen Hundespaziergang bei List brachen wir auf. Der Anmarsch auf den Hundestrand bei Wenningstedt ist immer wieder ein Erlebnis. Die aus Holz gebauten Dünenwege führen am Rande des Kliffs entlang und enden mit einem Treppenabstieg bei einem Strandrestaurant mit allem Drum und Dran. Doch die Vorahnungen, die uns schon auf dem Parkplatz plagten, bewahrheiteten sich. Die Leute stürmten in wahren Hundertschaften an den Strand. Die nach dem intensiven Sonnenbad gestern bitter benötigten Strandkörbe waren allesamt ausverkauft. Stimmung im Eimer, denn dies bedeutete wieder Rückmarsch zum Auto und Rückfahrt an den Weststrand bei List.

Zwei Strandkörbe zum Sondertarif waren dort schnell erstanden und dem Badespass stand nun nichts mehr im Wege, ausser den aufkommenden Wolken. Doch mehrheitlich schien die Sonne und es war teilweise gar tropisch warm.

Der Weststrand bei List ist gekennzeichnet von einer langen und rostigen, meterdicken Eisenröhre, die der Sandaufspühlung (Video) dient. Dieses, von der EU subventionierte Projekt soll dem stetigen, durch Wind und Wetter verursachten Landverlust entgegen wirken. Optisch natürlich kein Highlight aber notwendig. Heute war sogar ein riesiger Caterpillar Bagger im Einsatz, da ein kaputtes Rohr ersetzt werden musste. Mit Flex und Schweissgerät machten sich Arbeiter daran, den Defekt zu beheben.

Auch Gina hat ihren Spass. Sie geniesst das Strandleben sichtlich. Immer wieder müssen Löcher gebuddelt oder Stöckchen aus dem Meer apportiert werden. Am Abend ist sie dann hundemüde (gehört sich ja auch so - für einen Hund…).

Heute lassen wir Gosch links liegen und suchen uns mal eine Alternative zum Fisch. Zudem gilt es, die diversen Sonnenbrände zu verarzten damit morgen wieder der Strand unsicher gemacht werden kann. Falls die Prognosen Wort halten, stehen uns noch zwei schöne Tage bevor. Daumen drücken!

Montag, 13. Juli 2009

Ausflug vertagt – erster Sonnentag am Strand

Der Tag begann mit einer schlechten Nachricht. Der als Höhepunkt der Ferien geplante Ausflug war bereits ausgebucht. Wir versuchen es am Mittwoch noch einmal. Die gute Nachricht: Endlich ist der Sommer zurück. Ein Prachtstag aus dem Bilderbuch der Insel entschädigte uns bei weitem. Wir entschlossen uns dennoch ganz in den Süden nach Hörnum zu fahren und den Hundespaziergang rund um die Südspitze der Insel zu machen. Auf Sichtweite grüssten uns die Inseln Amrum und Föhr und im Hafen trafen wir wieder Willy (eigentlich Wilhelmine), die Kegelrobbe an. Ein feiner Hering lockte sie an die Wasseroberfläche zum Fototermin. Auch Gina war ganz fasziniert von dem sympathischen Dickhäuter.

Im beschaulichen Ort gönnten wir uns noch eine kleine Zwischenmalzeit, bevor wir in Richtung Sansibar aufbrachen. Doch wir waren nicht die einzigen, die den ersten schönen Tag nach über einer Woche Wind und Regen am Promispot verbringen wollten. Der Parkplatz war belegt. Erneute Programmänderung: Zum Samoa Strand mit dem Restaurant Seepferdchen. Auch ein schöner Fleck. Für 9 € gab’s einen Strandkorb und zum ersten Mal kam richtiges Sylter Strandfeeling auf. Wenn die zweite Woche nun so weiter gehen würde…

Wir genossen also die facettereichen Ausblicke und Geschehnisse am Hundestrand und büssten am Abend die lasche Handhabung der Sonnencreme. Doch was soll’s.
Endlich kann man auch mal zum Nachtessen draussen sitzen. Diese Gelegenheit wollen wir uns nicht entgehen lassen. Morgen sollte es ähnlich schön sein – abwarten und Bier trinken.

Sonntag, 12. Juli 2009

Vielversprechender Morgen, nasser Nachmittag und Abend

Eigentlich sah es heute Morgen recht freundlich aus. Die Wolkendecke war aufgebrochen und die Sonne gab sich Mühe, das Zepter zu übernehmen. Doch «sich Mühe geben» und «reüssieren» sind zwei Paar Schuhe. Sprich: Die Sonne kapitulierte vor der anrückenden Regenfront und zog sich vornehm zurück. Was blieb: Regen, den ganzen Nachmittag Grau in Grau.

Genau: Der Hund muss trotzdem raus. Wir entschieden uns für den Damm bei Archsum und den Blick aufs Wattenmeer bei Ebbe. Eindrückliche Weiten auf beiden Dammseiten. Auf der einen Seite die Kornkammer der Insel auf der anderen Seite die wasserlose Nordsee… Das Thema heute (passend zum Wetter): «Naturgewalten». Am Nachmittag besuchten wir das gleichnamige Erlebniszentrum am Hafen von List. Kurzes Urteil: Hammer! Mit viel Liebe und Professionalität konzeptioniert gibt das Zentrum eindrückliche Einblicke mit welchen Naturgewalten sich die Insel jahrein jahraus konfrontiert sieht. Zudem erhält man Informationen aus erster Hand über aktuelle Projekte rund um die Klimaforschung weltweit. Ein Muss für alle, die sich für Klimathemen interessieren und ein idealer Ausflugstipp bei schlechtem Wetter. Tipp: Genügend Zeit einplanen, denn das Zentrum bietet Stoff für mehrere Stunden Aufenthalt.

Den Abend liessen wir um die Ecke bei unserem Lieblingsfischrestaurant ausklingen und sind nun gespannt, ob morgen nun endlich schönes Wetter angesagt ist. Auf dem Programm stünde der Höhepunkt unserer Ferien: Die Wattwanderung von Amrum nach Föhr. Da das Wetter unsicher ist, haben wir auf eine nötige Voranmeldung verzichtet. Wir versuchen es spontan. Mal sehen, wie der morgige Tag verlaufen wird…

Noch ein Wort zu den nordischen Tagen. Obwohl wir ja nicht allzu hoch im Norden logieren, sind die Tage spürbar lang und die Nächte entsprechend kurz. Bis 22:30h kann man ohne Licht noch gut die Zeitung lesen bzw. vor 5:00h morgens damit beginnen. Auch in den verbleibenden Stunden erreicht die Nacht nicht die Schwärze, die wir Schweizer uns gewohnt sind. Wir empfinden dies umso eindrücklicher, weil die Ferienwohnung keine Jalousien besitzt. Die Zimmer lassen sich also nicht künstlich abdunkeln. Für jemand, der zum Schlafen absolute Finsternis benötigt, eine echte Herausforderung – gäu Schatz ;-)!

PS. Herr Ernst geht nochmals in die Kirche…

Samstag, 11. Juli 2009

Astralkörper in der Eiszeit

Hinten: Eine Frohnatur mit 160kg Abtropfgewicht. Vorne: Sid und Mani. Richtig! Das garstige Wetter hat uns ins Kino getrieben. Ice Age 3 - ein Brüller! Eins muss man den Machern lassen: Jede Folge absolut sehenswert! Gratulation von unserer Seite. Mit übergrossen Popcorn Portionen bewaffnet, folgten wir dem neunzig minütigen grandiosen Geschehen auf der Leinwand. Fussballspiele dauern glaube ich auch so lange. Tut mir leid ihr Pillenkicker. Von diesen Leinwandhelden werdet ihr brutal nass gemacht…

Die Kids verabschiedeten sich anschliessend in den Chlorkeller. Die Reiseleiter gönnten dem Hundchen am Weststrand nahe der Lister
Strandsauna seinen wohlverdienten Spaziergang und sich danach ein nettes Apéro bei unserem Lieblingsfischkoch: Krabben, Matjes und Forelle mit einem netten Glässchen Pinot Grigio anstelle von Kaffee und Kuchen…

Apropos Hundespaziergänge: Die Insel ist wirklich ein Ort, wo sich Hunde wohl fühlen dürfen. Leider sind die Spuren dieser Wohlfühlkultur überall zu sehen. Das muss wirklich nicht sein. Liebe Fellknäuelbesitzer: Lasst euren Liebling ruhig einen Buckel machen. Die Hinterlassenschaften lassen sich einfach mit einem Hundeschietbüttel beseitigen. Liebe Sylter Gemeinden: Sorgt dafür, dass die Abreisstüten in genügender Mengen vorhanden sind. Die Verschandelung der Landschaft mit Häufchen passt so gar nicht zu Sylt: Überall herrscht deutsche Gründlichkeit, doch hier versagt das System kläglich. Schaut doch mal in der Schweiz vorbei. Wir nutzen unsere Robidogs. Schuhwerk und Augen werden von gekringelten braunen und übel riechenden Würsten verschont. Denn Hundehass entsteht nicht primär durch gefletschte Zähne, sondern durch Schuhwerk, das einen Haufen platt getreten hat.


Noch ein Wort zum Wetter. Unser Senior-Vermieter war gestern in der Kirche ein gutes Wort einlegen. Mal sehen ob's hilft. Seiner Meinung nach haben wir doch gar nicht so schlechtes Wetter. Nur der Wind. Aber er sei sich dies ja gewohnt - schliesslich fuhr er ja auch 30 Jahr zur See. Wir sind halt Landratten und sehnen uns nach Strandtagen. Ab Sonntag, so Herr Ernst, wird's besser - beim Klabautermann!